Martinloewenberg

Reden & Texte

Martin Löwenbergs öffentliches Wirken war untrennbar mit dem gesprochenen und geschriebenen Wort verbunden. Als Zeuge der nationalsozialistischen Verfolgung und Überlebender mehrerer Konzentrationslager sah er es als seine Pflicht an, zu reden – auf Kundgebungen, in Schulen, in Gewerkschaftssälen und auf öffentlichen Plätzen – immer dort, wo Menschen bereit waren zuzuhören.

Öffentliche Reden und Kundgebungen

Jahrzehntelang trat Martin Löwenberg bei antifaschistischen Veranstaltungen, Friedensdemonstrationen und Gedenkfeiern auf. Seine Reden zeichneten sich durch eine Direktheit aus, die aus persönlicher Erfahrung gewachsen war: Er sprach nicht über die Geschichte des Faschismus – er war Teil dieser Geschichte.

Besonders in Erinnerung blieb seine Rede auf dem Münchner Odeonsplatz, bei der er erklärte, es sei legitim – ja geradezu rechtmäßig –, sich den „Totengräbern der Demokratie" entgegenzustellen. Diese Worte brachten ihm eine Anklage ein, doch er blieb unnachgiebig. Für Löwenberg war politischer Widerstand keine Frage der Opportunität, sondern der moralischen Konsequenz.

Texte, Statements und Schriften

Neben seinen gesprochenen Worten hinterließ Löwenberg eine Reihe schriftlicher Zeugnisse: Interviews, Statements, offene Briefe und Beiträge in der Friedens- und Arbeiterbewegung. Diese Texte spiegeln seinen lebenslangen Kampf gegen Faschismus, Rassismus und Militarismus wider – und zeigen, wie er historische Erfahrung in aktuelle politische Auseinandersetzungen einbrachte.

Seine Aussagen bei Schulbesuchen und Zeitzeugenprojekten wurden von mehreren Institutionen dokumentiert. Das Haus der Bayerischen Geschichte bewahrt Aufzeichnungen seiner Zeitzeugenberichte und macht sie für Bildungszwecke zugänglich.

Thematische Schwerpunkte

Die Texte und Reden Martin Löwenbergs kreisen um wiederkehrende Themen:

  • Antifaschismus als Lebenshaltung – Widerstand nicht als einmalige Tat, sondern als dauerhafter Auftrag
  • Friedenspolitik und Antimilitarismus – sein Engagement gegen Aufrüstung, Nato-Doppelbeschluss und Kriegseinsätze
  • Solidarität und Gewerkschaftsbewegung – aus seiner Zeit als Betriebsratsvorsitzender
  • Erinnerung als Verpflichtung – das Weitergeben von Erfahrung an nachfolgende Generationen

Zeitzeugenarbeit in Schulen

Über viele Jahre besuchte Löwenberg Schulklassen und Bildungseinrichtungen in München und Bayern. Diese Begegnungen waren für ihn keine Pflichtübung, sondern ein zentrales Anliegen: Junge Menschen sollten nicht aus Büchern, sondern aus erster Hand verstehen, wozu Gleichgültigkeit und staatliche Gewalt führen können.

Das NS-Dokumentationszentrum München bietet heute weiterführende Ressourcen zur Geschichte des Nationalsozialismus in Bayern und zur Erinnerungskultur, in deren Tradition Martin Löwenbergs Arbeit steht.


Dokumente, Redemanuskripte und Aufzeichnungen aus dem Nachlass befinden sich im Archiv des Freundeskreises Martin Löwenberg / InSight e.V. Bei Anfragen für Bildungs- und Forschungszwecke wenden Sie sich bitte direkt an uns.